Unbeschwert weiterbilden – so klappt es!

Ob Seminar oder Workshop, Zertifikatskurs oder berufsbegleitendes Studium – wer eine Weiterbildung neben dem Beruf absolvieren möchte, muss sich zwangsläufig auch über die Finanzierung und sein Zeitmanagement Gedanken machen. Einige Ideen zum sorgenfreien Durchstarten hier kurz zusammengefasst.

Weiterbildung finanzieren durch…
Arbeitgeber 
Viele Umfragen zeigen, dass Unternehmen die Weiterbildungswünsche ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv aufnehmen. Einige sind auch bereit, einen Teil der Kursgebühren zu zahlen oder sogar für die gesamten Kosten aufzukommen. Im Gegenzug wird oft verlangt, dass die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer sich verpflichtet, nach Beendigung der Weiterbildung im Unternehmen zu bleiben. Der hier zulässige Zeitraum muss jedoch in einem angemessenen Verhältnis zur Dauer der Weiterbildung stehen.

Staatliche Förderprogramme
Der Staat unterstützt Weiterbildungsinteressierte beim Wissens- und Kompetenzaufbau. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann mitunter viel Geld für seine berufliche Weiterbildung erhalten. Einige wichtige Fördertöpfe im Überblick:

Bildungsprämie. Angestellte und Selbstständige, die mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten, können die Bildungsprämie beantragen. Der Staat zahlt einen Zuschuss von 50 Prozent zu allen Weiterbildungen – maximal allerdings 500 Euro.

Aufstiegsstipendium. Diese Option ist interessant für Personen, die ihre Ausbildung sehr gut abgeschlossen haben und ein Studium aufnehmen wollen. Bei einem berufsbegleitenden Studium können einmalig 2.000 Euro im Jahr beantragt werden.

Weiterbildungsstipendium. Förderung gibt es nicht nur für ein Hochschulstudium, sondern auch für Weiterbildungen vom Handwerksmeister bis zum Intensiv-Sprachkurs. Das Geld muss beim Weiterbildungsstipendium wie beim Aufstiegsstipendium nicht zurückgezahlt werden. Stipendiaten bekommen maximal 6.000 Euro – dazu müssen sie sich an einer Weiterbildung mit einem Eigenanteil von 10 Prozent beteiligen.

Länderprogramme
Wer zu viel verdient oder zu alt ist, geht bei den bundesweiten Fördertöpfen jedoch häufig leer aus. Dann sollten die Förderprogramme der Länder unter die Lupe genommen werden. Beispielsweise gibt es für Sachsen-Anhalt unter anderem diese Möglichkeiten:

Förderung und Finanzierung für Berufstätige

WEITERBILDUNG DIREKT. Unter anderem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, werden bei Ihrer individuellen berufsbezogenen Weiterbildung gefördert. Bei Erfüllung der Voraussetzungen ist eine Übernahme der Gesamtkosten bis zu 90 Prozent möglich. Fördermittelgeber ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.

Förderung für Unternehmen

WEITERBILDUNG BETRIEB. Das Förderprogramm unterstützt die Förderung der betrieblichen Weiterbildung und der Personal -u. Organisationsentwicklung in Unternehmen.

Stipendien
Stipendien bieten eine attraktive Möglichkeit der Finanzierung einer Weiterbildung oder eines Fernstudiums. Die meisten Stipendien werden von Stiftungen vergeben, bei denen man sich direkt bewerben muss. Je nachdem, ob es sich um eine politische oder kirchliche Stiftung handelt, müssen meist weitere Voraussetzungen erfüllt sein, so z. B. eine parteinahe Gesinnung oder die Zugehörigkeit zu der jeweiligen Konfession. Ziel einer Stiftung ist es, verantwortungsbewusste junge Menschen zu fördern. Um dies sicherzustellen, werden nach der schriftlichen Bewerbung meistens Auswahlverfahren bzw. Auswahlgespräche durchgeführt.


Studienkredite
Ein Studienkredit oder Bildungsfonds könnte dann in Betracht gezogen werden, wenn andere Förderprogramme nicht greifen und die Weiterbildung nicht anderweitig ausreichend zu finanzieren ist.

KfW Studienkredit. Personen, die 18 bis 44 Jahre alt sind und an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule mit Sitz in Deutschland in Teilzeit, Vollzeit oder berufsbegleitend studieren, können eine einkommens- und vermögensunabhängige Unterstützung von monatlich mindestens 100 bis höchstens 650 Euro erhalten.

Weiterbildung ohne Zeitdruck…

Eine berufsbegleitende Weiterbildung geht, unabhängig vom Format, immer mit einer Doppelbelastung einher. Nicht nur beruflich, sondern auch privat alle Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig ausreichend Zeit zum Lernen zu finden, ist kein leichter Spagat. Zeitliche Puffer sind daher sehr wichtig. Sie geben den nötigen Freiraum, um sich auf die Weiterbildung zu konzentrieren.

Bildungsurlaub. Der Gesetzgeber hat zu diesem Zweck den Bildungsurlaub geschaffen. Die gesetzliche Grundlage dafür ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.

In Sachsen-Anhalt z. Bsp. haben alle Beschäftigte, die Ihre Arbeitsstätte in Sachsen-Anhalt haben, Anspruch auf fünf Tage bezahlten Sonderurlaub pro Jahr für Bildungszwecke, die thematisch der berufsspezifischen Weiterbildung dienen.

Wir informieren Sie gern auch zu den Voraussetzungen, dem Antragsprozedere und den Möglichkeiten anderer Bundesländer.

Detaillierte Informationen zu den Fördermöglichkeiten und dem Bildungsurlaub finden Sie hier auf unserer Website