Studienzweifel und Stu...

Studienzweifel und Studienabbruch

Die Zahl der Studienzweifler bzw. Studienabbrecher bewegt sich seit Jahren auf dem gleich hohen Niveau. Vor diesem Hintergrund untersucht das TransferZentrum Harz

  • inwieweit schon erbrachte Studienleistungen auf Ausbildungsberufe anrechenbar sind und
  • welche Beratungsangebote Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher benötigen.

 

Anrechnung von Studienleistungen auf Ausbildungsberufe

Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung sehen durchaus Möglichkeiten vor, aufgrund von Vorleistungen von der regulären Ausbildungszeit abzuweichen. Auf diese Weise könnten auch Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher aufgrund der im Studium erworbenen Lernergebnisse eine anschließende Berufsausbildung deutlich verkürzen.

Diese Möglichkeiten wurden jedoch bisher weder eingehend untersucht, noch existieren erprobte praxistaugliche Modelle, die über einen sehr begrenzten regionalen Rahmen hinausgehen. Um einen ersten Schritt in diese Richtung zu gehen, wurde im Rahmen des Verbundprojektes „Wissenschaftliche Weiterbildung für KMU in Sachsen-Anhalt“ eine synoptische Untersuchung der Deckungsgleichheit zwischen einzelnen Studiengängen und Ausbildungsberufen durchgeführt.

Konkret wurde die Untersuchung für alle Vollzeit- und berufsbegleitenden Bachelor Programme der drei Fachbereiche der Hochschule Harz durchgeführt. In die Untersuchung wurden alle mindestens 2-jährigen Berufsausbildungen, die aktuell in Deutschland angeboten werden (in Summe 837), einbezogen.

Die Prüfung auf Deckungsgleichheit wurde nach den Maßgaben einer Äquivalenzprüfung zur Anrechnung von Lernergebnissen aus dem beruflichen Kontext auf ein Hochschulstudium durchgeführt. Das heißt, die Lernergebnisse der einzelnen Studiengänge wurden mit den Ausbildungszielen der jeweiligen Berufsausbildung hinsichtlich Inhalts und Niveau verglichen. Als Grundlage dazu dienten die Modul- und Unitbeschreibungen der Studiengänge einerseits und die „Steckbriefe zum Beruf“ der Bundesagentur für Arbeit andererseits. Der konkrete Umfang der Anrechnung ist abhängig davon, welche Lernergebnisse der/die Studierende im Rahmen des Studiums tatsächlich erworben hat (d.h. an welcher Stelle der Studienabbruch erfolgt). Darüber hinaus liegt die Entscheidung über die Anrechnung bei der anrechnenden Institution. Aus diesen Gründen wurde darauf verzichtet konkrete Fächer und konkrete Creditpoints für den Umfang der Anrechnung anzugeben. Vielmehr wurde der Grad der Deckungsgleichheit ausgewiesen.

Dazu wurde eine dreistufige Skala verwendet:
Stufe 1: geringfügiger Grad an Deckungsgleichheit (< 30%)
Stufe 2: mittlerer Grad an Deckungsgleichheit (< 70%)
Stufe 3: hoher Grad an Deckungsgleichheit (> 70%)

Im Ergebnis wurden aus allen 837 Ausbildungsberufen 192 Berufe identifiziert, für die in mindestens einem Studiengang eine geringfügige Deckungsgleichheit besteht. D.h., dass für ca. 23% aller Ausbildungsberufe ein grundsätzliches Anrechnungspotential für die Bachelorstudiengänge der Hoch-chule Harz besteht.
Aufgrund der spezialisierten Ausrichtung der Hochschule Harz sind diese Ergebnisse nicht generalisierbar. Sie zeigen jedoch auf, dass grundsätzlich ein nicht unbeträchtliches Potential für eine Anrechnung von Studienleistungen auf eine Berufsausbildung besteht.

Die Ergebnisse in der Einzelbetrachtung für die Fachbereiche Automatisierung & Informatik, den Fachbereich Verwaltungswissenschaften sowie den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften finden Sie hinter diesem Link.

Zusammenfassend legen die Ergebnisse daher nah, dass in Deutschland grundsätzlich ein Potential für die Anrechnung von Vorleistungen aus dem Studium auf eine Berufsausbildung vorhanden ist. Zudem kann die These formuliert werden, dass abhängig von der fachspezifischen Ausrichtung Deckungsgrad und Umfang des Potentials von Hochschule zu Hochschule – vermutlich sogar von Studienfach zu Studienfach – variieren. Zur Validierung der Ergebnisse und Überprüfung der Thesen ist jedoch die Ausweitung dieser Untersuchung auf Hochschulen mit anderer fachspezifischer Ausrichtung notwendig. Diese Notwendigkeit besteht insbesondere, wenn Überlegungen hinsichtlich einer pauschalisierten Anrechnung angestellt werden.

 

Studienabbruch: Bewährte Angebote übertragen

Im Rahmen unseres Projektes identifizieren wir deutschlandweit Angebote für Studienzweiflerinnen und Studienzweifler und wollen von den Erfahrungen der Initiatoren profitieren. Gleichzeitig diskutieren wir mit der regionalen Wirtschaft und weiteren Partnern erfolgreiche Modelle sowie deren Überführung in die Praxis.

 

Workshop "Spurwechsel" (Studienzweifel/-studienabbruch)

Am 9. Dezember 2016 tauschten sich Hochschulen, Verbände, Initiativen und Vertreter der Landesregierung zum Thema Studienzweifel/Studienabbruch an der Hochschule Harz in Wernigerode aus.

9.15 bis 10.50 Uhr Workshop-Teil I Informationsphase
Hochschulsicht: Marco Lipke, Nadine Reichert, Manuela Koch-Rogge von der Hochschule Harz
Kammern: Dr. Simone Danek von der IHK Halle-Dessau
Projekt ISA/ISABEL: Dr. Gudrun Stahn von MA&T GmbH Magdeburg
Projekt SWITCH: Peter Gronostaj von der Stadt Aachen, Projektleiter

11.20 bis 13.30 Uhr Workshop-Teil II Entwicklungsphase
Zusammenfassung Teil I, Moderation
Lösungsansätze / Ideen generieren, Moderation
Konkrete Schritte / Maßnahmen ableiten, Moderation
Zusammenfassung, Ausblick & Verabschiedung, amtierender Rektor Prof. Folker Roland

Das Projekt "Wissenschaftliche Weiterbildung für KMU in Sachsen-Anhalt 2015 - 2019" wird im Rahmen des Operationellen Programms aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

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