Bildungsurlaub

Bildungsurlaub

Der Bildungsurlaub stellt eine besondere Form des Urlaubs dar. Er ermöglicht Ihnen den nötigen Freiraum, damit Sie sich auf Ihre berufliche, politische oder allgemeine Weiterbildung konzentrieren können. Die gesetzliche Grundlage dafür ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Sie finden hier die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen sowie die notwendigen Kontaktdaten für die Beantragung.

Baden-Württemberg

Seit dem 1. Juli 2015 besteht auch in Baden-Württemberg ein Anspruch auf Freistellung von der Arbeit für die Weiterbildung (Bildungszeit).

In Baden-Württemberg erfolgt keine einzelne Maßnahmenanerkennung, sondern eine Trägeranerkennung. Das Regierungspräsidium Karlsruhe ist zuständig für die Trägeranerkennung.

  • Arbeitnehmer/innen mit Tätigkeitsschwerpunkt in Baden-Württemberg
  • Beamtinnen und Beamte im Sinne des Landesbeamtengesetzes Baden-Württemberg
  • Bei Studierenden der DHBW und Auszubildenden ist der Anspruch auf politische Weiterbildung und die Qualifizierung auf bestimmte Ehrenämter beschränkt.
  • Der Antrag muss 8 Wochen vor Seminarbeginn schriftlich beim Arbeitgeber gestellt werden.
  • Der Arbeitgeber muss spätestens 4 Wochen vor Seminarbeginn über den Bildungszeitantrag entscheiden.

    Einschränkungen:

  • Der Arbeitgeber darf betriebseigene Schulungen unter bestimmten Voraussetzungen angerechnen, dies reduziert dann den frei verfügbaren Anspruch.
  • Der Arbeitgeber kann Bildungszeit ablehnen, in Kleinstbetrieben mit weniger als 10 Beschäftigten oder wenn schon mind. 10 % des im Betriebs bestehenden Anspruchs auf Bildunszeit genehmigt wurde.
  • Politische oder berufliche Weiterbildung
  • Qualifizierung für Ehrenämter
  • Im Durchschnitt täglich mindestens 6 Zeitstunden Unterricht
  • Mindestdauer 1 Tag
  • Durchführung durch eine anerkannte Bildungseinrichtung
Bayern

Bayern bietet die Möglichkeit des Bildungsurlaubes nicht an.

Berlin

Berliner Bildungsurlaubsgesetz

  • alle Berliner ArbeitnehmerInnen und Azubis der privaten Wirtschaft und des öffentlichen Dienstes mit Arbeits- oder Ausbildungsstätte in Berlin.
  • altersunabhängig
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses
  • schriftliche oder mündliche Beantragung spätestens sechs Wochen vor Beginn
  • ArbeitnehmerInnen: politische Bildung, berufliche Weiterbildung
  • Azubis: politische Bildung
  • durch zuständige Senatsverwaltung anerkannte Bildungsveranstaltungen
  • keine Freistellung für Prüfungsvorbereitung, Abschlussarbeiten
  • berufliche Bildungsveranstaltungen von Hochschulen von vorn herein anerkannt, Antrag auf Anerkennung nicht erforderlich
Brandenburg

Brandenburgisches Weiterbildungsgesetz Bildungsfreistellungsverordnung

  • ArbeitnehmerInnen und Azubis, deren Arbeitsstätte in Brandenburg liegt
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses
  • schriftliche Beantragung spätestens sechs Wochen vor Beginn
  • anerkannte Weiterbildungsveranstaltungen zum Zwecke beruflicher, kultureller oder politischer Weiterbildung
  • Antrag schriftlich unter Verwendung des amtlichen Vordruckes spätestens 10 Wochen vor Beginn stellen
  • mindestens 6 x 45 min täglich
  • mindestens eintägig, Mitberechnung An- und Abreisetag als ein Tag bei Veranstaltungen von mindestens drei aufeinander folgenden Tagen
Bremen
  • Bremisches Bildungsurlaubsgesetz
    Bildungsveranstaltungs-Verordnungen
  • ArbeitnehmerInnen
  • Auszubildende
  • nicht für Beamte
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses
  • Antrag schriftlich per Vordruck spätestens drei Monate vor Beginn stellen
  • mindestens ein Tag mit mindestens 8 x 45 min bzw. mehrtägig mindestens 6 x 45 min (ohne An- und Abreise)
Hamburg
  • Hamburgisches Bildungsurlaubsgesetz
  • ArbeitnehmerInnen, Azubis und in Werkstätten für Behinderte Beschäftigte, deren Arbeitsverhältnisse ihren Schwerpunkt in Hamburg haben
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses
  • Mitteilung i. d. R. sechs Wochen vor Beginn
  • anerkannte Veranstaltungen der politischen Bildung, beruflichen Weiterbildung, Qualifizierung für die Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeiten
  • Gewährung der Freistellung für anerkannte Bildungsveranstaltungen, die i. d. R. an mindestens fünf, in Ausnahmefällen an mindestens drei aufeinander folgenden Tagen stattfinden
  • Einzelantrag spätestens zehn Wochen vor Beginn
  • keine Unterschreitung einer täglichen Unterrichtsdauer von 6 x 60 min
  • Gebühr 74 Euro pro Antrag
Hessen

Hessisches Gesetz über den Anspruch auf Bildungsurlaub

Gültig bis 31.12.2017

Alle mit Tätigkeitsschwerpunkt in Hessen Beschäftigte (ArbeiterInnen, Angestellte, Azubis, in Heimarbeit Beschäftigte, Beschäftigte in Werkstätten für Behinderte, andere arbeitnehmerähnliche Personen).

  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses
  • ArbeitnehmInner: politische Bildung, berufliche Weiterbildung, Qualifizierung für die Wahrnehmung eines Ehrenamtes
  • Azubis: politische Bildung
  • schriftliche Mitteilung spätestens sechs Wochen vor Beginn
  • Einreichung spätestens zehn Wochen vor Beginn
  • an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen, in Ausnahmefällen auf zwei, jeweils an aufeinanderfolgenden Tagen stattfindenden zeitlichen Blöcken, von denen einer mindestens zwei Tage umfasst und beide Blöcke innerhalb von maximal acht zusammenhängenden Wochen durchgeführt wird
  • keine Unterschreitung des täglichen Arbeitsprogrammes von sechs Stunden
Mecklenburg-Vorpommern
  • Bildungsfreistellungsgesetz
  • Beschäftigte und Azubis, deren Arbeitsverhältnisse ihren Schwerpunkt in Mecklenburg-Vorpommern haben
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses
  • ArbeitnehmerInnen: politische Bildung, berufliche Weiterbildung, Qualifizierung für die Wahrnehmung eines Ehrenamtes
  • Azubis: politische Weiterbildungen, Weiterbildungen, die zur Wahrnehmung eines Ehrenamtes notwendig sind
  • schriftliche Geltendmachung mindestens acht Wochen vor Beginn
  • Erstattung für ArbeitgeberInnen auf Antrag: 110 Euro/Tag für politische Weiterbildung und Qualifizierung für die Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeiten; 55 Euro/Tag für berufliche Weiterbildung
  • Beantragung spätestens zehn Wochen vor Beginn über Onlineportal: http://bfgantrag.weiterbildung-mv.de
  • Block- oder Intervallform
  • mindestens drei Tage und je Tag mindestens 8 x 45 min
Niedersachsen

 

Niedersächsisches Bildungsurlaubsgesetz

  • ArbeitnehmerInnen der privaten Wirtschaft und im öffentlichen Dienst und Beschäftigte in Werkstätten für Behinderte, deren Arbeitsplatz sich in Niedersachsen befindet (nicht anspruchsberechtigt: Beamte, Richter, Soldaten, Zivildienstleistende)
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses
  • schriftliche Mitteilung mindestens vier Wochen vor Beginn
  • allgemeine, politische (wert- und normorientierte) und berufliche Bildung und Ausbildung im Ehrenamt oder Nebenberuf
  • Anträge per Formblatt spätestens drei Monate vor Beginn stellen, bei Veranstaltungen mit aktuellem Anlass zwei Monate vor Beginn
  • i. d. R. an fünf, mindestens jedoch an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit mindestens 8 x 45 min täglich bzw. mindestens je 4 x 45 min am An- und Abreisetag
  • Antrag auf Anerkennung durch ArbeitnehmerIn möglich, wenn: Veranstaltung außerhalb Niedersachsen, Trägersitz nicht in Niedersachsen, Träger
  • Anerkennung nicht selbst beantragt
Nordrhein-Westfalen

Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz

  • ArbeitnehmerInnen, in Heimarbeit
  • Beschäftigte
  • arbeitnehmerähnliche Personen, deren Beschäftigungsverhältnisse ihren Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen haben
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses
  • anerkannte berufliche und politische Weiterbildungen
  • schriftliche Mitteilung mindestens sechs Wochen vor Beginn
  • Anträge bis zum 31. August eines Jahres stellen
  • i. d. R. an mindestens fünf, in Ausnahmefällen an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen, innerhalb zusammenhängender Wochen auch an jeweils einem Tag der Woche
  • i. d. R. täglich 8 x 45 min, mindestens 6 x 45 min
  • Erhebung Anerkennungsgebühr
Rheinland-Pfalz

Bildungsfreistellungsgesetz

  • ArbeitnehmerInnen
  • Azubis
  • in Heimarbeit Beschäftigte
  • arbeitnehmerähnliche Personen des Landes Rheinland-Pfalz
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses
  • anerkannte berufliche oder gesellschaftspolitische Weiterbildungen
  • schriftliche Geltendmachung mindestens sechs Wochen vor Beginn
  • Erstattung für nicht-öffentliche Arbeitgeber mit weniger als 50 Beschäftigten eines pauschalierten Anteils des fortzuzahlenden Entgelts auf Antrag in Höhe der Hälfte des im Lande Rheinland-Pfalz im jeweiligen Kalenderjahr durchschnittlichen Arbeitsentgelts je Tag
  • Anträge per Formblatt 3 Monate vor Beginn stellen
  • mindestens drei Tage in Block- oder Intervallform mit mindestens 6 x 45 min je Tag
Saarland

Saarländisches Bildungsfreistellungsgesetz

  • alle Beschäftigte (Arbeiter, Angestellte), Beamte und Richter sowie Auszubildende, deren Arbeitsstätte im Saarland liegt
  • Anspruch erstmalig nach zwölfmonatigem Bestehen des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses
  • Beantragung spätestens sechs Wochen vor Beginn
  • Anträge formgebunden spätestens sechs Wochen vor Beginn stellen
Sachsen

Sachsen bietet die Möglichkeit des Bildungsurlaubes nicht an.

Sachsen-Anhalt

Bildungsfreistellungsgesetz
Bildungsfreistellungsverordnung

  • ArbeitnehmerInnen, Azubis, in Heimarbeit Beschäftigte, arbeitnehmerähnliche Personen, deren Arbeitsstätte in Sachsen-Anhalt liegt (oder deren ArbeitgeberIn ihren Betriebssitz in Sachsen-Anhalt führen), Arbeitslose
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses
  • anerkannte berufsspezifische Weiterbildungen
  • schriftliche Geltendmachung mindestens sechs Wochen vor Beginn
  • Antrag schriftlich unter Verwendung eines vom Landesverwaltungsamt bestimmten amtlichen Vordrucks beim Landesverwaltungsamt spätestens drei Monate vor Beginn stellen
  • i. d. R. an fünf aufeinanderfolgenden Tagen oder in Form von Tagesveranstaltungen als Veranstaltungsreihe mit insgesamt fünf Tagen
  • Erhebung Anerkennungsgebühr
Schleswig Holstein
  • Weiterbildungsgesetz Schleswig-Holstein – Bildungsfreistellungsverordnung
  • Arbeitnehmer, Azubis, Beamte, Richter, in Heimarbeit Beschäftigte, arbeitnehmerähnliche Personen und Beschäftigte in Werkstätten für Behinderte, deren Beschäftigungsverhältnisse Schwerpunkt in Schleswig-Holstein haben
  • Seeleute mit Sitz der Reederei oder Heimathafen des Schiffes mit Bundesflagge in Schleswig-Holstein
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses
  • anerkannte allgemeine, berufliche oder politische Weiterbildungen
  • Mitteilung spätesten sechs Wochen vor Beginn
  • Antrag formgebunden spätestens zehn Wochen vor Beginn stellen
  • mindestens sieben Zeitstunden pro Tag, davon 5,5 Stunden reine Unterrichtszeit und 1,5 Zeitstunden pädagogisch begründete Pausen
  • Erhebung Anerkennungsgebühr
Thüringen
  • Bildungsfreistellungsgesetz des Landes Thüringen
    Verordnung zur Durchführung des Bildungsfreistellungsgesetzes
  • Angestellten
  • Arbeiter/innen
  • Auszubildende
  • Personen, die in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen tätig sind
  • (Landes-) Beamte, Richter
  • Anspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses
  • Anerkannte gesellschaftspolitische, arbeitsweltbezogene und ehrenamtsbezogene Bildung
  • der Antrag muss acht Wochen vor Seminarbeginn schriftlich beim Arbeitgeber gestellt werden. Der Arbeitgeber muss spätestens vier Wochen danach
  • entscheiden und dies bei Ablehnung schriftlich und mit Begrüdung mitteilen. Anderenfalls gilt der Antrag als genehmigt.

 

Das Projekt „Wissenschaftliche Weiterbildung für KMU in Sachsen-Anhalt 2017 – 2019“ wird im Rahmen des Operationellen Programms aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.